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Beiträge vom » Juli, 2009 «

Museumsbilder

Freitag, 31. Juli 2009 | Autor: koeberich.e

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Pressestimmen: Leberwurst trifft auf Karibikklänge

Montag, 27. Juli 2009 | Autor: koeberich.e

MUSEUMSNACHT Gruppe “sechzig90″ zeigt “Einreise ins Wirtschaftswunderland” / Musik von “Los 4 del Son”

Vom 27.07.2009
von: teg
Quelle: Mainspitze

RÜSSELSHEIM (teg). Vor der Tür des Museums liegen kubanische Rhythmen á la Buena Vista Social Club über der regennassen Nacht, drinnen im Museum erfüllt das Schauspielertrio des Theaterensemble “sechzig90″, bestehend aus Bianca Karger, Kai Beck und Holger Kraft, den Tempel aus Vergänglichen mit neuem Leben. Im Rahmen der langen Museumsnacht sind die altehrwürdigen Gemäuer mit dieser Mischung bis weit nach Mitternacht zum Mittelpunkt des kulturellen Treibens in der Opel-Stadt geworden.

Museumstheater

Museumstheater

Ein Hauch Leberwurstgeruch lag über den Exponaten im Eingangsbereich der aktuellen Ausstellung. Bianca Karger vom Rüsselsheim-Ensemble “sechzig90″ hatte zu Beginn der interaktiven, unterhaltsamen Tour “Einreise in das Wirtschaftswunderland” dank kleinem Elektrokocher, Hefe, Griesbrei und ein paar würzenden Zutaten ihrem 35-köpfigen Publikum demonstriert, wie die vom Nahrungsmittelmangel betroffenen Menschen der Nachkriegszeit einen vegetarischen Leberwurstaufstrich kreierten. Mit ironisch konnotierten Liedern, herrlichen Kostümen und stets einem lockeren Spruch auf den Lippen, führten die drei Jung-Schauspieler durch die Ausstellung und spielten dabei nicht nur inmitten des nachgebauten Wohnzimmers der Nierentisch-Ära, sondern streiften dank Flipchart und eigens angefertigter Fotografien auch die durchaus an einigen Stellen fragwürdige Stadtentwicklung seit Kriegsende.

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Pressestimmen: Gegen den Regen angespielt

Montag, 27. Juli 2009 | Autor: koeberich.e

Gegen den Regen angespielt

Vom 27.07.2009
Von: Alexandra Ehrhardt
Quelle: Mainspitze

RÜSSELSHEIM. Mit Lichtspielen, Fackelführungen, freiem Eintritt bis Mitternacht und Salsa- und Merengue-Klängen der kubanischen Band “Los 4 del Son” ist die lange Museumsnacht am Samstagabend dank der über 400 Gäste zum Publikumsmagneten geworden. “Ich hätte nicht gedacht, dass zwei offene Häuser - nämlich das Museum und die Opelvillen - ausreichen, um so viele Leute hierher zu locken”, zeigte sich Museumsleiterin Bärbel Maul angesichts der trotz Regenschauern ausgelassen feiernden Menge überrascht. Bürgermeister Jo Dreiseitel nannte das zu späten Stunden geöffnete Areal gar “unsere kleine Kulturmeile”, wobei das Museum und die Opelvillen als kulturelle Leuchttürme eine weite Ausstrahlung haben - trotz wirtschaftlich angespannter Zeiten. “Kultur ist für alle da: Heute soll jeder mitfeiern können. Daher ist auch der Eintritt ins Stadt- und Industriemuseum heute frei”, eröffnete Dreiseitel das turbulente Treiben in den alten Gemäuern.

Museumstheater

Museumstheater

Die große Resonanz auf die Spezial-Angebote der Museumsnacht - das Theater mit dem Jung-Ensemble “sechzig90″ war so schnell ausverkauft, dass spontan eine zweite Aufführung angeboten wurde - sieht Museumsleiterin Dr. Bärbel Maul im lockeren, jüngeren Umgang mit den “Musentempeln” und der interaktiven, unterhaltenden Elemente begründet. Nach einem kurzen Regenschauer, der zeitlich mit der ersten Pause der Musiker zusammenfiel, spielten diese gegen den Regen an, so dass der Abzug der Besucher gestoppt werden konnte.

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Rekord B oder: Die Geschichte der Opelrentner

Freitag, 3. Juli 2009 | Autor: treber.m

Die Geschichte der Opelrentner

Die Geschichte der Opelrentner

Die Stimmung ist im Keller. Dem Automobilkonzern geht es zur Zeit ganz besonders schlecht, der Markt bricht wie immer ein, doch so schlimm war es noch nie. Der Staat schenkt den Bürgern Geld, damit sie Autos kaufen können. Aber das reicht nicht. Der Staat soll dem Konzern Geld schenken, damit er weiter Autos des Jahres baut. Der Staat ziert sich. Er hat ja selbst kein Geld, weil der Konzern keine Steuern zahlt.
Das Gegenteil von Wirtschaftskrise heißt Wirtschaftswunder. Das ist lange her, eine gefühlte Ewigkeit, und möglicherweise wäre es schon vergessen, lebten nicht in den Altersheimen der Stadt noch Frauen und Männer, die nach dem Krieg das Land zum Blühen brachten. Ihren Geist heraufzubeschwören, dem verblassten Glanz zu polieren und darauf eine verheißungsvolle Zukunft zu gründen war Absicht der Einladung, die die PR-Abteilung des Konzerns an einige Dutzend Veteranen richtete: Vor 50 Jahren sei der erste Kapitän P 2.6 vom Band gelaufen, ein Erfolgsmodell, eine Pioniertat, der nun mit den Rüstigsten unter den damals aktiv Beteiligten gedacht werden solle. Nur eine kleine Feier mit Schlagermusik, Kartoffelsalat und Fotoalben, nichts besonderes.
Tatsächlich aber gerät die kleine Feier zur Generalabrechnung von alten Männern, denen die Unternehmenspolitik suspekt und ihre Heimatstadt fremd geworden ist. Die die Vorgänge nicht verstehen bzw. nicht verstehen, wie es dazu gekommen ist. Die plötzlich auf den Barrikaden stehen. Die sich endlich wieder öffentlich äußern, nachdem sie ihre Gedanken wenn überhaupt nur noch im kleinsten Kreis (Vereinsvorstand, Stammtisch, Familie) geäußert hatten. Die Jahrzehnte lang an Weihnachten ein Modellauto als Geschenk entgegen genommen und ihren Kindern und Enkeln Opelautos finanziert hatten. Die aus dem geschlossenen Kosmos drinnen stammten und denen es hinterher schwer fiel, sich draußen, vor den Toren des Werks, richtig zurecht¬zufinden.
Im Zentrum des Geschehens steht der ehemalige Hochdruckschweißer Karlheinz, der sich aufrichtig auf das Rekordjubiläumsfest freut und sehr gern mit seiner Frau Ruth hingegangen wäre Mit Ruth, die niemals an einer Führung durch die Fabrik teilgenommen hatte, weil sie niemals Zeit dafür fand, weil doch immer etwas zu tun war, Wäsche waschen, Kleider bügeln, Karlheinz und den Buben die Frühstücks¬brote schmieren, die Küche, die Böden, die Fenster, drei Mahlzeiten, und jetzt ist sie tot, nachdem sie sich immer die Sorgen gemacht hatte, wegen seiner Krankheiten, seiner Augenentzündung, seiner Magenschleimhaut¬entzündung, seinen Gallensteinen, der Prostata usw., und wegen dem Sohn Ralf, der immer mit dem einen Fuß am Abgrund stand, wo jetzt die Firma steht. Das alles muss doch erzählt werden, bevor es vergessen ist, und so wird Karlheinz zum Kronzeugen des Niedergangs.
Rekord B oder: Die Geschichte der Opelrentner ist ein schaurig-schöne Veranstaltung, eine subversive Liebeserklärung an ein Lebensgefühl und der Abschied von einem Mythos.

Uraufführung
Mittwoch, 1. Juli 2009, Rathaus Innenhof, Rüsselsheim.

Weitere Aufführungen:

3., 4., 5. und 7. Juli

Thema: 04 Repertoire | Kommentare geschlossen

Sechzig90 bespielt das Rüsselsheimer Museum

Freitag, 3. Juli 2009 | Autor: koeberich.e

Museumstheater

“Einreise ins Wirtschaftswunderland ”

Museumstheater

Museumstheater

Eine Aussteuertruhe als Behältnis für die letzten Habseligkeiten, die auf der Flucht in den Westen gerettet werden konnten, ein Schachspiel, das in der englischen Kriegsgefangenschaft entstand und dort als Zeitvertreib diente, ein Fließbandabschnitt aus der Motorenproduktion für den Opel-Rekord und eine Küche aus den 50er Jahren mit all den modernen elektrischen Helfern für die Hausfrau: diese Objekte in der Ausstellung stehen für deutsche Nachkriegsgeschichte in Rüsselsheim und werden von der Theatergruppe “sechzig90″ zum Leben erweckt. Geschichte und Geschichten der Rüsselsheimer auf dem Weg ins Wirtschaftswunderland, das ist das Thema eines unterhaltsamen Nachmittags zwischen Fließband und Musikbox.

(Text: Museum der Stadt Rüsselsheim)

Nächste Vorstellung:

08.11.2009

im Museum in der Festung Rüsselsheim

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