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Pressestimmen: Gegen den Regen angespielt

Montag, 27. Juli 2009 | Autor: koeberich.e

Gegen den Regen angespielt

Vom 27.07.2009
Von: Alexandra Ehrhardt
Quelle: Mainspitze

RÜSSELSHEIM. Mit Lichtspielen, Fackelführungen, freiem Eintritt bis Mitternacht und Salsa- und Merengue-Klängen der kubanischen Band “Los 4 del Son” ist die lange Museumsnacht am Samstagabend dank der über 400 Gäste zum Publikumsmagneten geworden. “Ich hätte nicht gedacht, dass zwei offene Häuser - nämlich das Museum und die Opelvillen - ausreichen, um so viele Leute hierher zu locken”, zeigte sich Museumsleiterin Bärbel Maul angesichts der trotz Regenschauern ausgelassen feiernden Menge überrascht. Bürgermeister Jo Dreiseitel nannte das zu späten Stunden geöffnete Areal gar “unsere kleine Kulturmeile”, wobei das Museum und die Opelvillen als kulturelle Leuchttürme eine weite Ausstrahlung haben - trotz wirtschaftlich angespannter Zeiten. “Kultur ist für alle da: Heute soll jeder mitfeiern können. Daher ist auch der Eintritt ins Stadt- und Industriemuseum heute frei”, eröffnete Dreiseitel das turbulente Treiben in den alten Gemäuern.

Museumstheater

Museumstheater

Die große Resonanz auf die Spezial-Angebote der Museumsnacht - das Theater mit dem Jung-Ensemble “sechzig90″ war so schnell ausverkauft, dass spontan eine zweite Aufführung angeboten wurde - sieht Museumsleiterin Dr. Bärbel Maul im lockeren, jüngeren Umgang mit den “Musentempeln” und der interaktiven, unterhaltenden Elemente begründet. Nach einem kurzen Regenschauer, der zeitlich mit der ersten Pause der Musiker zusammenfiel, spielten diese gegen den Regen an, so dass der Abzug der Besucher gestoppt werden konnte.


Mit einer Themenführung passend zur aktuellen Opelvillen-Ausstellung “Kunst zur Arbeit” führte Petra Ott eine Handvoll Interessierte an Werke von Bega, Daumier, Menzel oder Lippmann. Durch die künstlerische Darstellung von Arbeit und Arbeitsprozessen wurde schnell der jeweilige, zeitgeschichtliche Stellenwert von Handwerk und Industrie deutlich. Währenddessen zählte Dieter Krumbein, Aufsichtsperson in den Opelvillen, kurz nach 23 Uhr gut 70 Besucher, die die Ausstellung zu nächtlicher Zeit besichtigten. Unter ihnen die Kunstliebhaberin Claudia Bremensdorf, die lange Museumsnächte im ganzen Rhein-Main-Gebiet wegen des besonderen Reizes der Dunkelheit besucht. “Die Idee ist zeitgemäß und spricht sicherlich auch neue Zielgruppen an”, so die Mainzerin.
Mit 20 Bambusölfackeln und einer Taschenlampe in den Händen des Museumspädagogen Hannes Pflügner erforschte die knapp 30-köpfige Gruppe der Fackelführung das innere und äußere Festungsgemäuer. Vorbei an Wällen und Gräben ließ Pflügner einen neuen Blick auf die einstige militärische Anlage werfen, deren Geschichte 600 Jahre zurückreicht. Dank des stimmungsvollen Fackelscheins wurde die Führung nicht nur zum späten Höhepunkt der langen Museumsnacht, sondern setzte zugleich einen Schlusspunkt hinter den diesjährigen Kultursommer, in dessen letzten Tag sozusagen “hineingeführt” wurde.

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Thema: 01 Aktuelle Projekte, Museumstheater, Pressestimmen

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